Bienen Projekt Mitschwärmen

„Mitschwärmen!“

Emsiger Betrieb am Flugloch

Trocken hatte das Bienenjahr begonnen. Viele Pflanzen besaßen nur wenig Nektar. Die Bienen konnten zwar genügend eintragen, um sich und ihre Nachkommen zu ernähren. Für den Imker blieb aber mancherorts kaum Frühjahrshonig übrig.
Inzwischen ist das „Mitschwärmen!“-Bienenvolk auf 40 bis 50 Tausend Bienen gewachsen. In den nächsten Tagen wird von dem starken Volk ein Ableger gebildet. Hierzu werden Brut- und Futterwaben, zusammen mit noch nicht flugfähigen Arbeitsbienen, in einen neuen Bienenkasten verbracht. Die Arbeiterinnen sind dann ohne Königin und „bauen sich“ aus der in den Stock gehängten Brut eine neue Königin. Dies geschieht über die Herstellung einer speziell geformten Wabe, der Weiselzelle, und der Fütterung der zukünftigen Königin mit spezieller Nahrung, dem Gelee-Royal.


…Natürlich gute Gründe für den Schutz der Bienen

Mit dem Projekt „Mitschwärmen!“ engagiert sich die BERLINER STADTGÜTER GmbH für Wild- und Honigbienen sowie andere Bestäuber. Bestäubende Insekten sind ein unersetzbarer Teil unseres Ökosystems. 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Blütenbesucher angewiesen. Seit Jahren aber wird ein dramatischer Rückgang der Bienen- und Insektenpopulationen beobachtet. Viele Wildbienenarten sind bereits vom Aussterben bedroht. Ein Grund: Durch die industrielle Landwirtschaft und die Flächenversiegelung finden die Bestäuber nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze.

Deshalb haben wir unser Projekt „Mitschwärmen!“ gestartet: Wir legen Blühsäume an, erhöhen die Artenvielfalt auf Wiesen, pflanzen verstärkt früh- und spätblühende Sträucher und schaffen Überwinterungsquartiere aus Totholz. Imkern stellen wir nahrungsreiche Standorte zur Verfügung. Wir kooperieren mit wissenschaftlichen Instituten und leisten wertvolle Umweltbildungsarbeit. Auch unsere Pächter wollen wir zum Mitschwärmen gewinnen. Viele sind schon sehr aktiv.

Wie auch Sie mitschwärmen können, erfahren Sie in unserem Flyer.


Eigenheime für Wildbienen

Die „Europaschule am Fließ“ in Schönerlinde

Die 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 1 a der „Europaschule am Fließ“ in Schildow schwärmten bei bestem Wetter auf den Gutshof Schönerlinde. Hier wurde 2018 das Stadtgüter-Projekt „Mitschwärmen!“ feierlich eröffnet. Neben wertvollen Blumenwiesen für Bestäuber befindet sich auf dem Hof auch die Zentralinstallation des Bienenprojektes, ein begehbares/erlebbares Habitat für Menschen und Bienen. Grundphilosophie der Installation ist, das Bauwerk genau wie das Bienenprojekt, stetig wachsen zu lassen. Der Bauabschnitt der Projektinstallation für das Jahr 2019 „Feldsteinwohnungen mit wissenschaftlicher Beobachtungsplattform“ (Hochbeet mit integrierter Bank), wurde noch vor der offiziellen Einweihung von den Erstklässlern besetzt und erkundet.
Danach wurde sich direkt an die Arbeit gemacht. Unsere FÖJ-lerin, Frau Küttner, erklärte Interessantes zur Lebensweise der Wildbienen und leitete dann den Bau einer 2 m² großen Erdwohnanlage für diese wichtigen Bestäuber. Nach getaner Arbeit und einer mittäglichen Stärkung wurde sich in den Wettkampf „Biene, Blüte, Apfel“, einer Abwandlung des Spiels „Feuer-Wasser-Sturm“ gestürzt.
Ein schöner und interessanter Tag für alle Beteiligten. Frau Kurtzmann, Bereichsleiterin Natur und Umwelt der Berliner Stadtgüter GmbH war insbesondere von der Motivation und dem Wissensdurst der Kinder begeistert und äußerte die Hoffnung, „….dass unser Bienenprojekt auch einmal ein solch schönes Jubiläum wie die Europaschule feiern kann!“ Die Europaschule „Am Fließ“ feiert im September ihr 20jähriges Bestehen!


Die Bienenfauna erwacht

Landwirte der Berliner Stadtgüter schwärmen mit!

Bei bestem Frühlingswetter fand am 28. Februar 2019 im Rahmen des Stadtgüterprojekts „Mitschwärmen“ eine Bieneninformationsveranstaltung für unsere landwirtschaftlichen Pächter statt. 25 interessierte Landwirte besuchten uns hierfür in der Frankfurter Allee.

Frau Dr. Melanie von Orlow, promovierte Biologin, führte zu Beginn in die Welt der Bestäuber mit wissenschaftlich fundierten Fakten und Erzählungen aus ihrer persönlichen Erfahrung ein. Anschließend gewährte uns der Landwirt Herr Rainer Dickmann von der Schorfheider Agrar Gesellschaft einen praxisbezogenen Einblick in die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität in der Landwirtschaft. Er berichtete auch von den Problemen und Erfahrungen, denen man bei der Umsetzung von Maßnahmen auf dem Feld begegnet. Nachdem die Gäste neue Einblicke in Theorie und Praxis der Bestäuberförderung erhalten haben, fanden sich die Landwirte im Rahmen eines anschließenden Workshops in Arbeitsgruppen zusammen. Ziel des Workshops war unter anderem herauszufinden, was bereits auf den Flächen von unseren Pächtern an Maßnahmen umgesetzt wird, was sie weiterhin vorhaben und wie die Stadtgüter sie dabei unterstützen könnten.

Wiederholt wurde im Workshop die Problematik der Saatgutversorgung thematisiert, es ist offensichtlich nicht einfach, bezahlbares regionales Saatgut zu finden, welches sich für unsere Flächen eignet. Auch die nicht vorhandene öffentliche Förderung von bestäuberfreundlichen Projekten in Brandenburg und Probleme bei den landwirtschaftlichen EU-Prämienkontrollen wird als wesentliches Hindernis bei der Arbeit für die Bestäuber wahrgenommen.

Wirklich beeindruckt waren wir davon, wie viel bereits auf unseren Flächen von den Pächtern realisiert wird. Um noch mehr machen zu können, wünschen sich unsere Landpächter von den Stadtgütern vor allem fachliche Beratung zu möglichen Maßnahmen auf ihren Flächen vor Ort, die Vermittlung von geeignetem Saatgut und Dienstleistern, sowie eine aktive Imagepflege der „Berliner“ Landwirtschaft in Brandenburg.

Uns als „Mitschwärmen!“- Team hat die Veranstaltung eine Menge neuer Impulse gegeben. Nun heißt es auswerten, diskutieren und entscheiden mit welchen direkten Maßnahmen und Strategien wir gemeinsam mit unseren Landwirten die Berliner Stadtgüterflächen noch bestäuberfreundlicher machen können.


Projekt gegen das Bienensterben gestartet

Berlin, 03. Juli 2018. Die Berliner Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin, Ramona Pop und die Geschäftsführerin der Berliner Stadtgüter GmbH (BSG), Katrin Stary, starteten auf dem BSG-eigenen Landgut in Schönerlinde das Bienenschutzprogramm „Mitschwärmen!“. Symbolisch brachten sie dazu zwei aus Bronze gegossene Bienen an einem neu geschaffenen Bienenbiotop an.

Im Rahmen des Projekts „Mitschwärmen!“ werden auf den Flächen der BSG vielfältige Lebensräume für Bienen und andere Bestäuber entwickelt, da seit Jahren ein dramatischer Rückgang der Insektenpopulationen beobachtet wird. Ein Grund: Durch die industrielle Landwirtschaft und die Flächenversiegelung finden die Bestäuber nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze. Dabei sind 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Blütenbesucher angewiesen.

„Obwohl sie selbst nur wenige Milligramm auf die Waage bringen, sind sie wirtschaftlich gesehen dennoch echte Schwergewichte: Honigbienen und Ihre wilden Schwestern leisten für den Erhalt der Artenvielfalt unbezahlbare Dienste. Rund Dreiviertel aller Feldfrüchte weltweit hängen von ihrer Arbeit ab. Bienen sind bei uns die wichtigsten Pflanzenbestäuber und tragen so erheblich zur Biodiversität bei. Ich freue mich, dass die landeseigenen Stadtgüter hier ein Projekt mit Vorbildcharakter zum Schutz der Bienen initiiert“, sagt Ramona Pop, die die Schirmherrschaft über dieses Projekt übernommen hat.

„Uns geht es darum, ganz konkret etwas für die Bienen zu tun, vor allem für die Wildbienen. Wir legen auf unseren Flächen im Berliner Umland Biotope an, die Bestäubern Nistmöglichkeiten und Nahrung bieten. Außerdem wollen wir andere zum Mitschwärmen anregen“, erläutert BSG-Geschäftsführerin Katrin Stary.

So sollen die Pächter der landwirtschaftlich genutzten BSG-Flächen für das Projekt gewonnen werden. Gezeigt werden soll, dass Landwirtschaft und Bestäuberschutz zusammengehen können. Außerdem werden Kooperationen mit Forschungsinstituten angestrebt, die wirksame Maßnahmen erforschen, um das Insektensterben zu stoppen.

Pressebilder

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…Natürlich gute Gründe für den Schutz der Bienen

„Wir wollen ganz konkret etwas tun!“

Mit dem Projekt „Mitschwärmen!“ engagiert sich die BERLINER STADTGÜTER GmbH für Wild- und Honigbienen sowie andere Bestäuber. Im Gespräch erklärt Katrin Stary, Geschäftsführerin der Berliner Stadtgüter GmbH, was sie dabei antreibt.

Mit dem Projekt „Mitschwärmen!“ wollen Sie etwas zum Schutz der Bestäuber beitragen. Wo setzt das Projekt an?

Katrin Stary: Uns geht es darum, ganz konkret etwas für die Bienen, vor allem für die Wildbienen, zu tun. Wir belassen es also nicht bei Appellen, sondern wir legen auf unseren Flächen im Berliner Umland Biotope an, die Bestäubern Nistmöglichkeiten und vielfältige Nahrung bieten. Außerdem wollen wir zum Mitschwärmen anregen.

Welche Partner wollen Sie gewinnen?

Katrin Stary: Zunächst sprechen wir die Pächter unserer landwirtschaftlichen Flächen an. Hier wollen wir gemeinsam zeigen, dass Landwirtschaft und Bestäuberschutz zusammengehen können. Außerdem arbeiten wir mit Forschungsinstituten zusammen und bieten Umweltbildungsprojekte an. Die Institute erforschen wirksame Maßnahmen, um dem Insektensterben entgegen zu wirken.

Wie kam es zu dem Projekt?

Katrin Stary: Die Idee stammt aus unserer Belegschaft. Ohne das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre ein solches Projekt nicht denkbar. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Realisierbar ist diese Idee, weil sie zu unserem Kerngeschäft passt.

Was meinen Sie damit?

Katrin Stary: Zu unserem Kerngeschäft gehören, neben der Vermietung und Verpachtung für Landwirtschaft oder erneuerbare Energien, auch sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Das heißt: Werden Flächen für Siedlungsbau oder Verkehr in Anspruch genommen, kompensieren wir diese Eingriffe. Wir renaturieren, legen Hecken oder Blühstreifen an. So schaffen wir auf unseren Flächen in Brandenburg Naturoasen – und das in direkter Nachbarschaft zur Metropole Berlin.

 

Weiterführende Links:

Infos des NABU zu Hautflüglern

Tipps des NABU zum Bau von Nisthilfen

FG Hymenopterenschutz des NABU Berlin

Informationen über Wildbienen